Ratgeber

Sturmschaden & Windwurf – was jetzt zu tun ist

Nach einem Sturm zählt die richtige Reihenfolge: zuerst Sicherheit, dann Dokumentation, dann Aufarbeitung – und zwar zügig, damit aus dem Sturmschaden kein Käferschaden wird.

Bitte zuerst lesen – Sicherheit geht vor

Schadholz aufzuarbeiten ist gefährlich – Spannungen im Holz, hängende Kronen und instabile Wurzelteller sind für Ungeübte kaum einzuschätzen. Bitte gehen Sie nicht allein ins Schadgebiet und arbeiten Sie nichts auf, bei dem Sie unsicher sind. Bei Gefahr für Personen, Gebäude oder Straßen: zuerst absichern und Einsatzkräfte verständigen.

Die richtige Reihenfolge

Fünf Schritte nach dem Sturm

  1. Sichern statt aufräumen

    Verschaffen Sie sich von außen einen Überblick. Wo Bäume auf Straßen, Wege, Leitungen oder Gebäude gefallen sind oder hängen, verständigen Sie Einsatzkräfte bzw. den Leitungsbetreiber – und sperren Sie den Bereich ab. Gehen Sie nicht unter hängende Kronen.

  2. Dokumentieren, bevor etwas bewegt wird

    Fotos der Schadfläche, Datum und Uhrzeit des Ereignisses, grobe Abgrenzung der betroffenen Fläche. Das brauchen Sie später möglicherweise für Versicherung, Förderung und die steuerliche Einordnung als Kalamitätsnutzung.

  3. Schadensausmaß fachlich einschätzen lassen

    Wie viel Holz ist betroffen, was ist noch verwertbar, wo droht Folgeschaden, in welcher Reihenfolge wird gearbeitet? Diese Einschätzung machen wir kostenlos – auch damit Sie wissen, ob Eile geboten ist.

  4. Aufarbeiten lassen – zügig

    Fällen, Aufarbeiten und Rücken von Sturmholz gehört in geübte Hände. Wir arbeiten die Fläche der Gefährdung nach geordnet auf und bringen das Holz raus, solange es noch etwas wert ist.

  5. Fläche wieder aufbauen

    Danach stellt sich die Frage der Wiederbewaldung – mit der Chance, den Bestand gleich stabiler und gemischter anzulegen als vorher.

Ehrlich gesagt

Warum Sturmholz kein Selbermacher-Thema ist

Wer sonst problemlos Brennholz macht, unterschätzt Windwurf regelmäßig. Geworfene und gebrochene Stämme stehen unter Spannung, die sich beim Schnitt schlagartig löst. Wurzelteller können zurückkippen. Hängende Kronen lösen sich ohne Vorwarnung. Und der Boden ist nach dem Sturm oft weich und unübersichtlich.

Unfälle bei der Sturmholzaufarbeitung sind bekanntermaßen überdurchschnittlich häufig und schwer. Wenn Sie unsicher sind, ob Sie eine Situation richtig einschätzen: Lassen Sie es. Wir sehen uns das an.

Käfer- und Sturmholz aufarbeiten lassen →

  • Spannungsholz – unberechenbar beim Schnitt
  • Zurückschlagende Wurzelteller
  • Hänger und lose Kronenteile über dem Kopf
  • Übereinander liegende Stämme unter Last
  • Aufgeweichter, instabiler Untergrund
  • Beschädigte Leitungen im Schadgebiet
Zeitfaktor

Warum Sturmholz nicht liegen bleiben darf

Borkenkäfer

Frisch liegendes Nadelholz ist in der warmen Jahreshälfte ideales Brutmaterial. Aus einem begrenzten Sturmschaden wird so im Folgejahr ein weit größerer Käferschaden – die häufigste Ursache für Folgeschäden überhaupt.

Qualitätsverlust

Liegendes Holz verfärbt, trocknet ungleichmäßig und wird anfällig für Pilze. Was heute noch Sägerundholz ist, ist in einigen Monaten womöglich nur noch Industrie- oder Energieholz.

Marktdruck

Nach großen Ereignissen drängt viel Holz gleichzeitig auf den Markt, und alle Betriebe der Region sind ausgelastet. Wer früh dran ist, hat bei Terminen und Verwertung die besseren Karten.

So verhindern Sie den Käferschaden nach dem Sturm →

Für Versicherung & Förderung

Was Sie festhalten sollten

Ob und was in Ihrem Fall gedeckt oder förderbar ist, entscheiden Ihre Versicherung und die jeweils laufenden Programme – Bedingungen ändern sich, deshalb nennen wir hier keine. Was Sie aber in jedem Fall tun können: sauber dokumentieren, solange die Fläche noch unberührt ist.

Förderungen für Waldbesitzer im Überblick →

  • Fotos aus mehreren Blickwinkeln, vor der Aufarbeitung
  • Datum und Uhrzeit des Sturmereignisses
  • Betroffene Grundstücke und ungefähre Fläche
  • Meldungen an Behörden und Einsatzkräfte
  • Spätere Abrechnungen von Aufarbeitung und Verkauf
Häufige Fragen

Sturmschaden im Wald – kurz erklärt

Was soll ich nach einem Sturm zuerst tun?

Zuerst: nichts überstürzen. Verschaffen Sie sich aus sicherer Entfernung einen Überblick, betreten Sie den Schadbestand nicht allein und gehen Sie keinesfalls unter hängende Kronen. Gefahren für Personen, Straßen, Leitungen oder Gebäude gehören sofort gemeldet. Erst danach geht es um Dokumentation und Aufarbeitung.

Warum soll ich Sturmholz nicht selbst aufarbeiten?

Weil Windwurf mit normaler Waldarbeit wenig zu tun hat. Geworfene und gebrochene Stämme stehen unter Spannung, Wurzelteller können zurückschlagen, hängende Kronen lösen sich unvorhersehbar. Unfälle bei der Sturmholzaufarbeitung sind überdurchschnittlich häufig und überdurchschnittlich schwer. Das ist Arbeit für geschulte Leute mit der passenden Technik.

Wie schnell muss das Holz aus dem Wald?

Schneller, als die meisten denken – vor allem bei Nadelholz in der warmen Jahreshälfte. Liegendes, frisches Holz ist ideales Brutmaterial für Borkenkäfer; aus einem Sturmschaden wird sonst im Folgejahr ein Käferschaden, der deutlich größer ist als das ursprüngliche Ereignis. Zusätzlich verliert liegendes Holz mit der Zeit an Qualität und Wert.

Borkenkäfer nach dem Sturm vermeiden →

Was soll ich für Versicherung und Förderung dokumentieren?

Fotografieren Sie den Zustand vor der Aufarbeitung, notieren Sie Datum und Uhrzeit des Ereignisses, grenzen Sie die betroffene Fläche ab und heben Sie alle späteren Abrechnungen auf. Ob und was in Ihrem Fall gedeckt oder förderbar ist, klären Sie mit Ihrer Versicherung bzw. der Landwirtschaftskammer – Bedingungen und Programme ändern sich.

Förderungen im Überblick →

Kommt ihr auch kurzfristig?

Nach großflächigen Ereignissen sind alle Betriebe in der Region gleichzeitig gefordert – ehrlich gesagt können wir dann nicht überall sofort sein. Wer früh anruft, ist früher dran. Akute Gefahrenstellen behandeln wir vorrangig.

Und was passiert mit der Fläche danach?

Nach der Aufarbeitung stellt sich die Frage der Wiederbewaldung – mit gesetzlichen Verpflichtungen im Hintergrund und der Chance, den Bestand gleich stabiler aufzubauen als vorher. Wir planen das gerne gemeinsam mit Ihnen.

Aufforstung nach dem Schaden →

Gilt für ganz Österreich – arbeiten tun wir in Oberösterreich

Die Informationen auf dieser Seite sind österreichweit gültig. Unsere Mannschaft ist im nördlichen Oberösterreich unterwegs – Schwerpunkt Mühlviertel, dazu Urfahr-Umgebung, Rohrbach, Freistadt, Perg und Linz-Umgebung.

Sie sind außerhalb? Fragen beantworten wir trotzdem gerne – und für die Umsetzung vor Ort sind die Landwirtschaftskammer Ihres Bundeslands und die örtliche Bezirksforstinspektion die richtigen Anlaufstellen. Unser Einsatzgebiet →

Sturmschaden in Ihrem Wald?

Melden Sie sich so früh wie möglich – akute Gefahrenstellen behandeln wir vorrangig, und je schneller das Holz raus ist, desto mehr bleibt Ihnen davon.

Ein paar kurze Fragen im Chat, und wir melden uns persönlich und rasch – unverbindlich. Lieber ein Formular? Zum Anfrageformular