Ratgeber

Holzsortimente, Ausformung & Übernahme

Aus einem Baum werden mehrere Produkte – und davon, wie er aufgeteilt und gemessen wird, hängt Ihr Erlös ab. Hier lesen Sie, was Säge-, Industrie- und Energieholz unterscheidet, was Ausformen bedeutet und wie eine Übernahme abläuft.

Die Sortimente

Was aus einem Stamm alles wird

Ein einzelner Baum liefert in der Regel mehrere Sortimente: unten das starke, astfreie und damit wertvollste Stück, weiter oben schwächeres Holz, zuletzt Kronenmaterial.

Sägerundholz

Der wertvollste Teil. Geht ins Sägewerk und wird zu Brettern, Kanthölzern und Konstruktionsholz. Gefragt sind gerade, gleichmäßig gewachsene, ausreichend starke und möglichst astarme Stücke. Hier entscheidet sich der Großteil Ihres Erlöses.

Industrieholz

Schwächeres oder qualitativ geringeres Holz für die Platten-, Papier- und Zellstoffindustrie. Krümmung und Äste sind hier weniger kritisch, dafür zählt die Menge. Typisches Ergebnis von Durchforstungen.

Energieholz & Hackgut

Material, das sich sonst nicht verwerten lässt – Kronenteile, Schwachholz, Schadholz. Wird gehackt und verheizt. Häufig nach Gewicht bzw. in Atrotonnen abgerechnet, weil der Wassergehalt eine große Rolle spielt.

Brennholz

Scheitholz für den Hausgebrauch, meist aus Laubholz. Wird in Raummetern oder Schüttraummetern gehandelt – und ist damit nicht direkt mit Festmeterpreisen vergleichbar.

Zu unserem Brennholz →

Ausformung

Der Schnitt, der über den Erlös entscheidet

Ausformen heißt: den gefällten Stamm so in Abschnitte zu zerteilen, dass jedes Stück in jenem Sortiment landet, in dem es am meisten wert ist. Klingt banal, ist es nicht – zu berücksichtigen sind Länge und Übermaß, Durchmesser, Krümmung, Astigkeit, Verfärbungen und Fäulestellen.

Ein Zentimeter zu kurz kann ein Stück in die nächstniedrigere Klasse fallen lassen. Ein Meter falsch angesetzt kann aus einem wertvollen Bloch zwei mittelmäßige machen. Deshalb schneiden wir nicht schematisch auf Standardlänge, sondern nach dem, was der jeweilige Stamm hergibt und was die Abnehmer gerade brauchen.

Wie sich Erntekosten zusammensetzen →

  • Länge und Übermaß nach Abnehmervorgabe
  • Zopfdurchmesser und Stärkeklasse
  • Krümmung und Drehwuchs
  • Astigkeit und Astnarben
  • Verfärbung, Fäule, Rissbildung
  • Aktueller Bedarf der Abnehmer
Übernahme & Ausmaß

Wie Ihr Holz gemessen und abgerechnet wird

  1. Polterung an der Forststraße

    Das Holz wird sortimentsweise getrennt gelagert und gekennzeichnet. Sauber getrennte Polter sind die Voraussetzung für eine saubere Abrechnung.

  2. Abtransport zum Abnehmer

    Lieferscheine halten fest, was wann wohin gegangen ist. Heben Sie diese Belege auf – sie verbinden Ihren Polter mit der späteren Abrechnung.

  3. Übernahme beim Werk

    Üblicherweise wird beim Abnehmer gemessen: Länge und Durchmesser je Stück ergeben das Volumen; zusätzlich werden Qualität und allfällige Abzüge festgehalten. Bei Energieholz wird stattdessen gewogen und der Wassergehalt bestimmt.

  4. Übernahme- bzw. Ausmaßliste

    Sie bekommen eine Aufstellung darüber, was übernommen wurde. Diese Liste ist die Grundlage Ihrer Abrechnung – lesen Sie sie, statt sie abzulegen.

  5. Abrechnung

    Menge je Sortiment und Qualität, abzüglich vereinbarter Leistungen. Was unklar ist, gehört nachgefragt – bei uns wie bei jedem anderen.

Ihr Prüfblick

Woran Sie eine saubere Abrechnung erkennen

Sie müssen kein Forstwirt sein, um eine Abrechnung zu kontrollieren. Es reicht, auf Nachvollziehbarkeit zu achten: Passt die abgerechnete Menge zu dem, was am Polter lag? Sind Sortimente und Qualitäten getrennt ausgewiesen? Sind Abzüge begründet? Stimmen die vereinbarten Leistungen mit den verrechneten überein?

Wer ausweicht, wenn Sie nachfragen, ist das Warnsignal. Wir gehen die Abrechnung auf Wunsch mit Ihnen gemeinsam durch – das ist Teil der Arbeit, nicht ein Entgegenkommen.

Zum Thema Preise

Konkrete Preise nennen wir auf der Website bewusst nicht: Sie hängen von Sortiment, Qualität, Menge, Erreichbarkeit und der jeweiligen Marktlage ab und ändern sich laufend. Eine Zahl, die heute stimmt, wäre in wenigen Wochen irreführend. Sie bekommen von uns stattdessen ein konkretes Angebot für Ihre Fläche.

Wo Sie die aktuelle Marktlage nachlesen können und wie Sie die Zahlen richtig einordnen, steht auf unserer Seite zum Holzmarktbericht.

Häufige Fragen

Sortimente & Übernahme – kurz erklärt

Welche Holzsortimente gibt es?

Grob: Sägerundholz (der wertvollste Teil, geht ins Sägewerk), Industrieholz (schwächeres oder schlechteres Holz für Platten-, Papier- und Zellstoffindustrie), Energieholz bzw. Hackgut zur Verbrennung und Brennholz für den Hausgebrauch. Ein einzelner Stamm liefert oft mehrere Sortimente – unten das wertvolle Bloch, weiter oben Industrie- oder Energieholz.

Was bedeutet Ausformung?

Ausformen heißt, den gefällten Stamm so in Stücke zu schneiden, dass jeder Abschnitt in jenem Sortiment landet, in dem er am meisten wert ist – unter Berücksichtigung von Länge, Krümmung, Ästen und Fäule. Das ist Erfahrungssache und macht einen spürbaren Unterschied im Erlös. Genau deshalb schneiden wir nicht einfach auf Standardlänge herunter.

Wie wird mein Holz gemessen und übernommen?

Üblich ist die Übernahme beim Abnehmer, meist am Werk: Länge und Durchmesser werden erfasst, daraus ergibt sich das Volumen, und Qualität sowie Abzüge werden festgehalten. Sie bekommen dazu eine Übernahme- bzw. Ausmaßliste. Diese Liste sollten Sie nicht ungelesen ablegen – sie ist die Grundlage Ihrer Abrechnung.

Welches Maß wofür gilt →

Woran erkenne ich eine faire Abrechnung?

Daran, dass sie nachvollziehbar ist: Welche Mengen wurden je Sortiment und Qualität übernommen, welche Abzüge gab es und warum, welche Kosten stehen dagegen. Fragen Sie nach, wenn etwas unklar ist – bei einer sauberen Abwicklung ist das selbstverständlich. Wir gehen die Abrechnung auf Wunsch mit Ihnen durch.

Warum bekomme ich weniger als den Preis aus dem Marktbericht?

Weil Marktberichte Durchschnitte für ein Leitsortiment in guter Qualität abbilden. Ihr Holz hat eine konkrete Stärke, Qualität, Menge und Lage – und davon gehen noch Ernte, Rückung und Transport ab. Der Marktbericht zeigt die Richtung, er ist kein Preis für Ihre Fläche.

Holzmarktbericht richtig lesen →

Was ist Käferholz wert?

Weniger als frisches, gesundes Holz – wie viel weniger, hängt vom Grad der Verfärbung und Austrocknung ab und schwankt mit der Marktlage. Rasch aufgearbeitetes Holz schneidet deutlich besser ab als Holz, das eine Saison stehen geblieben ist. Konkrete Abschläge nennen wir bewusst nicht, weil sie sich laufend ändern.

Gilt für ganz Österreich – arbeiten tun wir in Oberösterreich

Die Informationen auf dieser Seite sind österreichweit gültig. Unsere Mannschaft ist im nördlichen Oberösterreich unterwegs – Schwerpunkt Mühlviertel, dazu Urfahr-Umgebung, Rohrbach, Freistadt, Perg und Linz-Umgebung.

Sie sind außerhalb? Fragen beantworten wir trotzdem gerne – und für die Umsetzung vor Ort sind die Landwirtschaftskammer Ihres Bundeslands und die örtliche Bezirksforstinspektion die richtigen Anlaufstellen. Unser Einsatzgebiet →

Wir vermarkten Ihr Holz – nachvollziehbar

Ausformung nach Bedarf der Abnehmer, Kontrolle der Übernahme und eine Abrechnung, die Sie verstehen. Rufen Sie an oder starten Sie eine Anfrage.

Holz verkaufen oder Holzpreis anfragen? Am einfachsten über unseren Holzpreis-Assistenten auf wir-kaufen-dein-holz.at – oder .